Berlin: Perfekte Platzierung verleiht Slogan witzige Doppeldeutigkeit

von Markus Neimeke

Nicht nur unsere Kollegen aus dem Geomarketing wissen: Eine Kampagne ist erst dann gut ausgesteuert, wenn sie bei der anvisierten Zielgruppe für Aufmerksamkeit sorgt und gut ankommt. Dafür sind Zeit und Ort relevante Kriterien. Man kann also – ohne großartig zu übertreiben – konstatieren, dass die (von Thjnk entwickelte) und von Audi in Berlin geschaltete Plakatkampagne zum „Berlin ePrix“ absolut perfekt ausgesteuert war. Denn bei den selbstironischen Bewohnern der Hauptstadt und vielen Social Media-Nutzern sorgte sie durchweg für gute Laune, vor allem wegen ihres doppeldeutigen Slogans. Der lautete: „Typisch Berlin: Elektro und Speed.“

An rund 600 Orten plakatiert – besonders gut kam das Motiv aber nahe den bekannten Partymeilen an

Das Motiv war zwar an rund 600 Stellen in Berlin plakatiert, um mit dem Bild eines Audi-Konzept-Cars für die in Tempelhof stattfindende Formel E-Meisterschaft zu werben. Für Aufmerksamkeit sorgte aber vor allem die Kombination aus dem Slogan und den ganz speziellen Standorten.

So prangte „Elektro und Speed“ unter anderem nahe der Warschauer Brücke – und damit in unmittelbarer Nähe der RAW-Partymeile. Hier kommt den Begriffen aber eine etwas andere Bedeutung zu: Denn in den zahlreichen Clubs feiert man statt elektrobetriebener Rennwagen eher den beschleunigten Puls durch Elektro auf Speed. Eine aktive und stadtbekannte Dealer-Szene ist dafür ein sicheres Indiz ...

Viral ging die Kampagne insbesondere nachdem dem Chefredakteur von t3n, dem Wirtschaftsmagazin für digitale Pioniere, mit entsprechender Reichweite in den sozialen Netzwerken die Doppeldeutigkeit aufgefallen war und er ein Foto bei Twitter postete. Es folgten weitere Tweets und redaktionelle Berichterstattung:

Und Audi? In der Marketingabteilung der Ingolstädter dürfte die Freude über die ins Netz verlängerte Plakatwerbung groß gewesen sein. Offiziell, so ein Sprecher, habe es aber keine „besonderen Standorte“ gegeben.

Ein Schelm, wer Böses dabei denkt!

Und auch einen kleinen Seitenhieb auf die Elektro-Konkurrenz konnte man sich nicht verkneifen...

Quelle: Audi, thjnk

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