Umfrage: Plakatwerbung stört kaum / TV- und Onlinewerbung nerven

von Peter Herbrand

Werbung am PoS wird nicht nur als weniger störend, sondern vielmehr als hilfreich empfunden (Bildquelle: awk AUSSENWERBUNG GmbH)

Nein, die Erkenntnis ist sicher nicht neu. Interessant ist sie dennoch – vor allem für Werbetreibende!

Eine aktuelle Umfrage von Statista ergibt: Die Bundesbürger fühlen sich verschiedenen Online-Werbeformaten gestört. Genervt wenden sie sich ab. Klassische Plakatmedien und Werbung direkt am PoS hingegen werden nicht nur als weniger störend, sondern vielmehr als hilfreich empfunden. Hintergründe und Daten in diesem Beitrag.

Statista: 66 Prozent der Befragten stört klassische Fernsehwerbung, mehr als die Hälfte ignoriert Werbevideos, Anzeigen in Suchmaschinen und Werbung in sozialen Netzwerken

Statista ist ein deutsches Online-Portal für Statistik. Im Rahmen einer Umfrage hat das Portal im Mai 2017 1.009 Befragte ab 16 Jahren zu ihren präferierten und weniger präferierten Werbeformaten interviewt.

Das Ergebnis ist relativ eindeutig:

  • 66 Prozent der Befragten empfinden TV-Werbung als eher störend bzw. sehr störend.
  • 64 Prozent nerven Werbevideos auf Nachrichten-Webseiten.
  • 58 Prozent möchte keine Werbung in E-Mail-Newslettern.
  • Auch Anzeigen in Suchmaschinen (57 Prozent), Werbevideos auf YouTube (54 Prozent) und Bannerwerbung auf Nachrichten-Webseiten (53 Prozent) stören mehr als die Hälfte der Befragten.

47 Prozent der von Statista Interviewten kann auch auf Facebook-Werbung verzichten.

Infografik: Internetwerbung stört | Statista

Unternehmen und Marken, die mit ihren Botschaften bei der Zielgruppe durchdringen möchten, sollte das zu denken geben. Das Gegenteil scheint allerdings der Fall zu sein. Die Budgets, die in Onlinewerbung investiert werden, wachsen. 

Das ist kurios, denn Onlinewerbung, das ergeben Studien, erreicht ihre Ziele immer weniger: So hat eine repräsentative CATI-Befragung im Auftrag des Meinungsforschungsinstituts Forsa im vergangenen Jahr ergeben, dass User beim Surfen nicht unterbrochen werden möchten. Demnach stört es sie vor allem, wenn Bewegtbildwerbung von alleine anfängt zu laufen (rund 50 Prozent). Außerdem werden Formate, die sich beim Mouse-over vergrößern, von rund 40 Prozent als besonders störend empfunden (Quelle).

Die Konsequenz: Online- und Mobile-User setzen verstärkt auf Adblocker, um den wenig geliebten Anzeigen von vornherein zu entgehen.

Plakatwerbung halten 30 Prozent der Befragten für hilfreich – Werbung am PoS sogar mehr als die Hälfte

Erfolgreicher sind Werbeformate, die die Zielgruppe nicht bei einer gewünschten Handlung unterbrechen, sondern relevante Informationen liefern.

Das zeigt das aktuelle Ergebnis der Statista-Umfrage:

  • Nur 12 Prozent empfinden Plakatwerbung als störend. Ein Drittel der Befragten bewertet sie sogar als eher hilfreich bzw. sehr hilfreich.
  • Werbung direkt im Geschäft stören 13 Prozent, dafür empfinden 51 Prozent Produktinformationen in diesem Umfeld als hilfreich.

Markus Neimeke: „OOH lässt Werbung positiver erscheinen, die Zielgruppe fühlt sich von ihr nicht gestört!“

Die Erklärung erscheint einfach, ist vor dem Hintergrund millionenschwerer Werbebudgets aber alles andere als banal:

Damit Werbung positiv wirken kann, müssen die jeweilige Botschaft, der Kanal und die jeweilige Rezeptionssituation perfekt auf die Zielgruppe abgestimmt sein. Deshalb konzentrieren wir uns im Vorfeld erfolgreicher Kampagnen auf unsere Geomarketing-Analysen, um den richtigen Ort und Moment nicht zu verpassen. Und das Beste: Die Medien, mit denen wir Produkt- oder Unternehmensinformationen ausspielen, werden von der Bevölkerung nicht als störend empfunden, sondern als verlässlicher Begleiter im Alltag. OOH und DOOH-Medien unterbrechen die Zielgruppe nicht, Werbung wird ihr nicht einfach untergeschoben. Vielmehr spielen unsere klassischen und digitalen Medien ihre Stärken in Wartesituationen oder typischen Entscheidungsmomenten am PoS aus. Die aktuelle Studie zeigt, dass (D)OOH-Werbung in diesen Kontexten deutlich positiver wahrgenommen wird als in anderen Kanälen.

Markus Neimeke Markus Neimeke Leiter Mediaplanung bei planus

Zurück

planus Newsletter

Regelmäßig (aber nicht häufiger als 1 x im Monat) News und Trends zu Geomarketing und regionalen Medien bequem ins Postfach: Melden Sie sich hier für den planus-Newsletter an und sichern Sie sich Ihren ganz persönlichen Wissensvorsprung.