Werbemarkt 2017 wächst im ersten Halbjahr moderat

von Markus Neimeke

Der deutsche Werbemarkt wächst im ersten Halbjahr 2017 moderat, die Werbungtreibenden verhalten sich recht unterschiedlich. So lautet das - auf aktuellen Daten des Performance Management Unternehmens Nielsen - basierende Fazit der ersten sechs Monate dieses Jahres. Demnach legte der Werbemarkt um knapp ein Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum zu. Out-of-Home konnte dabei ein Plus von 5,4 Prozent einfahren.

Weitere Ergebnisse im Beitrag.

Unternehmen gaben in den ersten sechs Monaten 14,6 Milliarden Euro brutto für Werbung aus

14,6 Milliarden Euro brutto investierten Unternehmen in den zurückliegenden sechs Monaten hierzulande in Werbung. Das Wachstum im Vergleich zum ersten Halbjahr 2016 liegt damit bei rund einem Prozent. Was klingt wie „Business as usual“ entpuppt sich bei genauerer Analyse der Daten als hochspannend: Die werbungtreibenden Unternehmen verhalten sich nicht nur branchenintern uneinheitlich, sondern schichten auch im Gattungsvergleich Budgets um.

TV, OOH, Radio, Mobile und Kino konnten den anderen Gattungen Marktanteile abnehmen

Beim Blick auf die Brutto-Werbespending-Ergebnisse der verschiedenen Gattungen für die ersten sechs Monate ergibt sich ein zweigeteiltes Bild:

Von den 14,6 Milliarden Euro brutto erwirtschafte(n)

  • TV: 6.973,6 Millionen Euro (+1,6 Prozent)
  • Zeitungen: 2.307,5 Millionen Euro (-2,1 Prozent)
  • Publikumszeitschriften: 1.625,6 Millionen Euro (-2,0 Prozent)
  • Internet: 1.321,3 Millionen Euro (-3,3 Prozent)
  • Out-of-Home: 955,8 Millionen Euro (+5,4 Prozent)
  • Radio: 904,3 Millionen Euro (+4,8 Prozent)
  • Mobile: 246,1 Millionen Euro (+29,2 Prozent)
  • Fachzeitschriften: 200,7 Millionen Euro (-1,6 Prozent)
  • Kino: 66 Millionen Euro (+36,5 Prozent)

Während TV mit einem Plus von 1,6 Prozent an seinen Vorjahreshöhenflug zumindest anknüpfen kann, bleibt Print mit einem Minus von 2,1 Prozent bei den Zeitungen bzw. einem Verlust von zwei Prozent bei den Publikumszeitschriften das Sorgenkind. Auch die Fachzeitschriften verloren im Vergleich zum Vorjahr.

Internetwerbung bremst das Minus zwar, verliert aber weiter. Ausnahme: Mobile

Internetwerbung musste ebenfalls Verluste hinnehmen. Während die Gattung über das Jahr 2016 noch 4,1 Prozent weniger Bruttoumsatz machte, waren es im ersten Halbjahr 2017 immerhin nur noch 3,3 Prozent Minus. Vor allem Konsumgüterkonzerne und Autohersteller streichen die Budgets für Onlinewerbung zusammen – und investieren stattdessen in klassische Medien.

Aber auch Mobile kann von den Umschichtungen profitieren. Mit einem Plus von knapp 30 Prozent gehört die Gattung neben TV, Außenwerbung, Radio und Kino zu den Gewinnern des Vergleichs.

Gemischtes Bild: Während die einen Werbungtreibenden sparen, klotzen andere richtig ran

Die 20 größten Werbungtreibenden agieren bezüglich ihrer Werbespendings uneinheitlich:

Während Beiersdorf (-17,5 Prozent) und Vodafone (-25,5 Prozent) die Budgets eindampften, legten Samsung Electronics (+41,3 Prozent) sowie Kaufland (97,4 Prozent) ordentlich zu.

Die Top-Spender sind: Procter & Gamble (mit großem Anstand: 393,5 Millionen Euro brutto), Ferrero und L’Oréal.

(Quellen: horizont.net / wuv.de)

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