„Grüne Außenwerbung“: Für Marken, die umweltbewusst werben möchten

von Peter Herbrand

Bildquelle: Outsite Media GmbH

Zwei Neuheiten machen Out-of-Home-Werbung jetzt grüner: Mit „The Breath“ präsentiert ein deutscher OOH-Anbieter ein patentiertes Gewebe, das schädliche Partikel aus der Stadtluft aufnimmt und in natürlichen Sauerstoff umwandelt. Und bei unseren österreichischen Nachbarn läuft in Wien gerade ein „grünes Außenwerbe-Pilotprojekt“ an, das durch zusätzliche Schatten die Umgebungstemperatur senken soll.

Mehr Informationen über diese Form der grünen Außenwerbung in diesem Beitrag.

„The Breath“ ist ein die städtische Luftqualität verbesserndes analoges Riesenposter mit großer Wirkung

Manche Erfindungen sind so einfach, dass man sich hinterher fragt, weshalb noch nicht eher jemand darauf gekommen ist. Und je häufiger sich Menschen diese Frage stellen, desto größer ist die jeweils vorgestellte Innovation – so auch beim „The Breath“ getauften analogen Riesenposter, das die Outside Media GmbH ab jetzt in Deutschland vermarktet. Der italienische Produzent, Anemotech, hat drei Jahre Forschungs- und Entwicklungsarbeit investiert, um die Innovation zur Marktreife zu führen. Bisher war die Neuerung lediglich in italienischen Städten plakatiert.

„The Breath“ kann gesundheitsschädigende Stoffe, die durch Verkehr, Industrie und Landwirtschaft verstärkt in die urbane Luft gelangen, in unbelastete Atemluft umwandeln. Ziel ist es, so der Anbieter, zur Verbesserung der Luftqualität in deutschen Innenstädten beizutragen.

Die bis zu 1.000 Quadratmeter großen Riesenposter wirken für jeweils sechs Monate und haben drei Schichten:

  • Die obere Schicht ist bedruckbar und fördert die Lufttranspiration. Sie hat eine antibakterielle Wirkung und ist keimtötend.
  • Die mittlere Lage besteht aus Carbon. Sie absorbiert verschmutzte Moleküle, schließt sie ein und löst sie auf.
  • Die hintere Schicht ist ebenfalls bedruckbar und keimtötend.

Bereits einer dieser überdimensionalen Luftfilter genügt, um innerhalb eines Jahres die Schadstoffe von bis zu 400.000 Autos in frische Atemluft zu wandeln

Der Reinigungsprozess ist komplett passiv. Das bedeutet, hier wird die natürliche Luftzirkulation genutzt, ohne extra Energie dafür aufwenden zu müssen. Das Wirkprinzip basiert auf dem Canyon-Effekt. Demnach steigt die belastete warme Luft nach oben, durch den entstehenden Unterdruck wird weitere Luft angesaugt. So können die Schadstoffe vom Gewebe des Riesenposters aufgenommen werden.

Laut des Vermarkters kann eines dieser Riesenposter (innerhalb eines Jahres) die Schadstoffe von bis zu 400.000 Autos aus der Luft filtern. Zehn Quadratmeter sollen reichen, um den Ausstoß von

  • 450 Dieselfahrzeugen und
  • 625 Benzinern

in frische Atemluft zu wandeln.

Dass es sich bei „The Breath“ nicht bloß um ein Konzept handelt, sondern um eine marktreife Lösung, beweist die Premiere des überdimensionalen Luftfilters. Im Juli dieses Jahres hat der Automobilhersteller SEAT ein „atmendes Riesenposter“ am Lenbachplatz in München plakatieren lassen.

Außenwerbe-Pilotprojekt in Wien: Begrünte Wartehäuschen mit Plakatstellen sollen Umgebungstemperatur senken

In Österreich geht derweil ein grünes Außenwerbe-Pilotprojekt an den Start. Hier arbeiten die Stadt Wien und der zu JCDecaux gehörende Außenwerber Gewista zusammen. Mit kühlenden Blätterdächern aus 5 Meter langen Kletterpflanzen sollen (zu Anfang) fünf Straßenbahnhaltestellen mit Plakatstellen beschattet werden. Davon versprechen sich die Verantwortlichen eine leichte Senkung der Umgebungstemperatur.

Dazu werden je zwei jeweils 120 Zentimeter breite und 60 Zentimeter hohe Pflanzenkübel an der Rückseite der Wartehäuschen aufgestellt, die den schnell wachsenden Kletterpflanzen ausreichend Lebensraum bieten. Das Besondere: Die Begrünung erfolgt hier nicht nur an der Rückseite der Wartehäuschen, sondern auch auf deren Dach. Das Pilotprojekt wird ein Jahr lang evaluiert, dann entscheiden die Verantwortlichen, ob sie weitere Haltestellen mit den natürlichen Schattenspendern ausstatten.

Im niederländischen Utrecht ist da man da schon einen Schritt weiter. Dort werden aktuell 316 städtische Wartehäuschen so umgerüstet, dass sie als begrünte Oasen für Bienen und Regenwasserspeicher dienen.

Fazit: Out-of-Home möchte seinen Beitrag zu einer möglichst umwelt- und klimafreundlichen Werbung leisten. Die hier vorgestellten innovativen Anfänge sind ermutigend.

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