Leuchtendes Papier: Die Zukunft der Außenwerbung?

von Guido Bliss

Papier, das leuchtet und Motive strahlen lässt. Ist das die Zukunft der Plakatwerbung? Das US-amerikanische Unternehmen Rohinni hat mit „Lightpaper“ ein Produkt entwickelt, für das Leuchtdioden auf ein dünnes Trägermaterial gedruckt werden. Dabei soll dieses Leuchtmittel nicht dicker als Papier sein. Vor allem für werbetreibende Unternehmen biete die Innovation großes Potenzial, so der Hersteller.

Aus Coeur d’Alene im US-Bundesstaat Idaho, dort hat Rohinni seinen Hauptfirmensitz, kommen aber noch weitere – recht selbstbewusste – Nachrichten:

„The magical thing about this solution is

  • it’s brighter,
  • it’s thinner,
  • it’s flexible,
  • it’s adressable,
  • and programmable.“

„Lightpaper“: Dünn wie Papier, gezielt ansteuerbar, in beliebiger Form produzierbar

Leuchtendes Papier. Möglich macht das Tinte, in die extrem kleine Leuchtdioden (LED) gemischt sind. Diese Tinte bringt Rohinni auf eine leitfähige Schicht auf und versiegelt sie mit zwei weiteren Schutzschichten. Wenn Spannung angelegt wird, leuchten die LEDs und lassen das jeweilige Motiv hell erstrahlen. Das Material sei damit dünner und günstiger als organische Leuchtdioden (OLED), so der Hersteller.

Neben dem dünnen Material bietet die Innovation noch weitere Spezifika, die das Produkt zu einem Erfolg machen sollen: So sei es beispielsweise möglich, die Leuchtdioden gezielt anzusteuern und damit einzelne Bereiche einer größeren Fläche anzusprechen. Illuminiert ist dann nur der zuvor definierte Teil des Motivs. Außerdem kann Rohinni die gedruckten LEDs in beliebigen Formen produzieren, was den Einsatz noch attraktiver macht. Apropos Form: Die „Lightpaper“ sind biegsam, so dass die endgültige Gestaltung nicht schon direkt bei der Produktion festgelegt wird, sondern auch nachträglich noch angepasst bzw. verändert werden kann.

Ab Mitte 2015 sollen die ersten Produkte marktreif sein

Auf seiner Webseite stellt Rohinni mögliche Anwendungen für das „Lightpaper“ vor. Dazu gehören leuchtende Tapeten und Displays für mobile Geräte (wie beispielsweise Smartwatches). Aber auch leuchtende Schriftzüge oder Logos auf den verschiedensten Produkten seien so umsetzbar.

Die ersten Firmen seien bereits dabei, ihre Produkte mit „Lightpaper“ zu kombinieren. Informationen darüber, welche Unternehmen bzw. welche Branchen dazu gehören, gibt es zurzeit nicht. Die ersten Anwendungen mit „Lightpaper“ sollen Mitte 2015 auf den Markt kommen.

Zu gut, um wahr zu sein?

Zwei Haare schwimmen momentan noch in der Suppe:

  1. In der aktuellen – ersten – Produktgeneration ist die Verteilung der LEDs in der Tinte noch ungleichmäßig. So kommt es vor, dass eine Fläche nicht gleichmäßig hell erleuchtet ist. Rohinni will das Problem mit der zweiten Produktgeneration lösen. Diese soll in den kommenden Monaten auf den Markt kommen.
  2. Es gibt Streit – und zwar zwischen zwei Firmen. Denn neben Rohinni gibt es einen zweiten Anbieter, der ein Patent für die druckfähige Zusammensetzung aus flüssigen oder gelartigen Suspensionen von Dioden vorweisen kann. Dieser behauptet, er habe das Lichtpapier erfunden.

Bis zur Klärung dieser Probleme wird noch etwas Zeit ins Land gehen. Wir von planus finden die Innovation des Lichtpapiers – egal von welchem Hersteller – äußerst spannend. Deshalb behalten wir das Thema im Auge und berichten, wenn es die ersten marktreifen Produkte gibt.

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