Out-of-Home: Wenn Opa Krause auf der Straße lebt – Kampagne gegen Wohnungsnot

Werbung im öffentlichen Raum mal etwas anders: Die Caritas setzt für ihre aktuelle Kampagne Menschen auf die Straße – und zwar mitsamt ihrer Wohnungseinrichtung. Was uns das sagen soll? Wohnraum ist knapp. Allein in Deutschland, so die Caritas, fehlen eine Million Wohnungen. Das Thema Wohnungsnot ist damit in der Mitte der Gesellschaft angekommen.

Mehr zum Hintergrund der crossmedialen Kampagne in diesem Beitrag.

Baden, studieren und mit den Kindern spielen – alles im Freien

Mit Megapostern, Anzeigen, Bannern, einem Spot sowie einer informativen Kampagnenwebsite (www.zuhause-für-jeden.de) möchte der katholische Wohlfahrtsband die Öffentlichkeit und (vor allem) die Politik sensibilisieren. Die verschiedenen Kampagnenmotive sowie der Spot zeigen Bundesbürger, die im Wortsinne auf der Straße sitzen. Da badet dann der Rentner vor der Hausfassade, die Studentin sinniert am Schreibtisch sitzend auf dem Bürgersteig und die fünfköpfige Familie spielt, lernt und telefoniert mitten auf einem kleinen Platz.

Kurz: die Motive sind so eingängig wie beängstigend.

Studie: „Bezahlbare Wohnungen“ sind für die Deutschen ein dringliches Thema

Das Thema Wohnungsnot bewegt die Deutschen. Flankierend zur Kampagne gab der Deutsche Caritasverband beim Meinungsforschungsinstitut IPSOS eine repräsentative Befragung in Auftrag. Titel: „Menschenrecht auf Wohnen“.

Demnach sehen drei Viertel der Befragten „bezahlbare Wohnungen“ als eines der zentralen Themen an, mit denen sich die Politik beschäftigen sollte. Damit rangiert es auf den vorderen Plätzen der von der Bevölkerung gewünschten Agenda – neben Themen wie Pflege, Kinderarmut und Alterssicherung.

„Wohnungsnot ist zu einer sozialen Wirklichkeit geworden, die gesellschaftspolitisches Konfliktpotenzial birgt“, erklärt Caritas-Präsident Peter Neher in einer Presseinformation.

Die gelungene Kampagne setzt die Ängste der Bundesbürger aufmerksamkeitsstark und informativ in Szene

Die große Mehrheit der Bundesbürger bewertet es als äußerst oder sehr wichtig, dass das Menschenrecht auf eine Wohnung gewährleistet ist. 79 Prozent sehen aber ein Problem darin, dass hohe Wohnkosten ein erhebliches Armutsrisiko darstellen. Insbesondere die schwächeren Einkommensgruppen (zwischen 1.500 und 2.000 Euro netto pro Haushalt im Monat) bewerten das als große Gefahr.

Das bedeutet: Der Mangel an bezahlbaren Wohnungen führt dazu, dass immer mehr Menschen auf dem Wohnungsmarkt chancenlos „außen vor“ bleiben – so wie es die Kampagnenmotive eindrücklich in Szene setzen. Diese Ausgrenzung, so die Caritas, führt zu Frustration und Resignation bei den Betroffenen. Der soziale Zusammenhalt sei entsprechend gefährdet.

Ein weiteres zentrales Ergebnis der Studie lautet: Die Politik muss konkrete Maßnahmen zur Förderung des sozialen Wohnungsbaus ergreifen. Das fordern immerhin 84 Prozent der Befragten. Die Kampagne hat ihren Teil zur Bewusstseinsmachung beigetragen. Sie ist gleichermaßen aufmerksamkeitsstark, informativ und unterhaltsam. Ziel erreicht!

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