Genauer geht es nicht: Nur die ausgewählte Zielgruppe versteht dieses Werbeplakat

von Peter Herbrand

Foto: Meckert/Express

Hä? Hashtag #wasndas. - So oder ähnlich dürften in den vergangenen Wochen viele Passanten in Köln auf eine aktuelle Plakatkampagne reagiert haben. Der Grund: Statt eines aufmerksamkeitsstarken Motivs oder eines eingängigen Slogans präsentiert der Aushang im 18/1-Format für Otto Normalverbraucher völliges Kauderwelsch. Oder verstehen Sie diese Botschaft? Ich zitiere:

„$secret = ˈj!oub4ss4ksomoalr?tldeetvosh.gd@eˈ;“

Und das Ganze in schwarz und rot auf viel weiß, gefolgt von weiteren kryptischen Zeilen.

Panne? Provokation? Falscher Planet? Nein.

Hat sich da jemand einen dummen Scherz erlaubt? Handelt es sich bei dem fluffigen Slogan „for ($i = 0; $i < strlen($ecret);$i + = 2)“ etwa um eine klingonische Liebeserklärung? Hängen die Plakate nahe des Hauptbahnhofs, an der Aachener Straße oder der Inneren Kanalstraße (alles hochfrequente Adressen) vielleicht verkehrt herum? Oder hat der zuständige Werbetexter eventuell ein Problem ohne Alkohol?

Nein. Die Antwort ist viel einfacher.

„Gratulation! Du hast den Code geknackt!“

Was für uns Normalos überhaupt keinen Sinn ergibt, erscheint den meisten IT-Entwicklern (formerly known as Nerds) völlig logisch. Denn tatsächlich handelt es sich auf dem Plakat um eine Sprache. Eine Programmiersprache, genauer: PHP.

Wer PHP beherrscht, erkennt die Webadresse einer speziellen Landingpage. Und die offeriert nicht etwa Sprachkurse, sondern Jobs für „Devs“, also Software-Entwickler. Die Landingpage mit der Stellenausschreibung stammt von einem bekannten Vergleichsportal für Hotelpreise.

Dort heißt es dann auch zur Begrüßung: „Gratulation! Du hast den Code geknackt!“ Weiter informiert die Seite über den Absender - und dass es viel zu tun gebe. Deshalb suche man kompetente Verstärkung. Man kann wohl ohne große Zweifel davon ausgehen, dass wirklich nur diese die Stellenausschreibung lesen …

Wir meinen: Ja, ungewöhnlich.

Ja, für die Mehrheit vielleicht ein wenig verstörend

Aber: Ein absolut innovativer Weg, um die (extrem spitze) Zielgruppe zu erreichen und schon vorab eine wirkungsvolle Personalauswahl zu treffen. Hier spielt das Medium Plakat im 18/1-Format seine Stärke gewinnbringend aus.

Daumen hoch!

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