Mehr Out-of-Home geht nicht! Marketing in den unendlichen Weiten des Weltalls

von Guido Bliss

Der rote Tesla Roadster im All (Quelle: SpaceX)

„Also, mehr Out-of-Home geht ja eigentlich gar nicht!“

So platzte es aus einem unserer Kollegen des planus-Vertriebsteams heraus, nachdem sich vergangene Woche ein roter Tesla an Bord der Weltraumrakete „Falcon Heavy“ auf den Weg gemacht hatte, Galaxien zu durchqueren, „die noch nie ein Mensch zuvor gesehen hat“.

Eine spektakuläre Aktion und weltweite Aufmerksamkeit für gleich zwei Marken. Das kann nur einer: Elon Musk

Okay, um ganz ehrlich zu sein, ist das durchs All schwebende Elektromobil vom Kurs abgekommen und wird wohl demnächst in einem Asteroidengürtel an einem der 650.000 kosmischen Brocken zerschellen. Oder aber auf eine elliptische Bahn um die Sonne (und damit eine Erde-Mars-Umlaufbahn) einschwenken. So genau wissen die Verantwortlichen das noch nicht.

Aber eines steht definitiv fest: Mehr Out-of-Home geht wirklich nicht. Elon Musk, Tesla und das Raumfahrtunternehmen SpaceX nutzten den „öffentlichen Raum“ - und diesmal sogar den unendlichen Weltraum - mal wieder meisterhaft für ihr Marketing.

Aber der Reihe nach.

Zehntausende Schaulustige waren am Boden, mehr als zwei Millionen User live via YouTube dabei

Zehntausende Schaulustige hatten sich am 6. Februar nahe Cape Canaveral versammelt, um live zu erleben, wie die derzeit größte aktiv genutzte Weltraumrakete „Falcon Heavy“ zum Jungfernflug abhebt. Rund 2,3 Millionen User verfolgten den Livestream auf YouTube.  

Der Ort für die Premiere war perfekt gewählt. Die Rakete hob nämlich von exakt derselben Abschussrampe ab wie 1969 die historische Mondmission Apollo 11. Sieben Jahre nach dem Ende der Space-Shuttle-Flüge und knapp 50 Jahre nach der ersten Mondlandung, sorgte man somit wieder für Raumfahrtbegeisterung – und das nicht nur vor Ort, sondern weltweit im Internet.   

Weiterer Clou: An Bord der rund 70 Meter hohen Rakete befand sich – quasi als Testladung – ein kirschroter Tesla-Roadster aus dem Privatbesitz des SpaceX-Vorstandschefs und Tesla-Gründers Elon Musk. Nach Verlassen der Erdatmosphäre parkte das Elektroauto aus und cruiste sechs Stunden um die Erde. Im Autoradio soll dabei ein David Bowie-Klassiker gelaufen sein.

Am Steuer des ungewöhnlichen Raumfahrzeugs sitzt der coolste Astronaut aller Zeiten

Allerdings steuert den Tesla nicht etwa Major Tom, sondern eine „Starman“ genannte Puppe, die quasi als Ersatz-Astronaut fungiert. Ganz ehrlich? So einen coolen Typen hat es im All noch nicht gegeben. Sein linker Arm liegt locker angewinkelt auf der linken Autotür, und natürlich ist der Roadster mit geöffnetem Dach unterwegs. Die Bilder des Teslas mit dem blauen Erdball im Hintergrund gingen - im wahrsten Sinne des Wortes - um die Welt. Kaum ein Medium hat nicht darüber berichtet. In den sozialen Netzwerken wurden die Bilder geteilt, als gäbe es kein Morgen mehr.

Als moralische Unterstützung für den Astronauten und als Beruhigung potenzieller Außerirdischer steht auf dem Monitor des Armaturenbretts übrigens ein Zitat aus dem bekannten Douglas Adams-Bestseller „Per Anhalter durch die Galaxis“: Don’t panic! Hoffentlich verstehen unsere entfernten Nachbarn das Zitat.

Nach sechs Stunden in der Erdumlaufbahn bekam der Tesla dann einen kleinen, aber vielleicht etwas zu kräftigen Schubs, um seine Reise fortzusetzen. Ziel war es, ihn in eine elliptische Bahn um die Sonne zu bringen. Ob das wirklich funktioniert hat, ist, wie bereits erwähnt, noch nicht vollends klar.

Was für eine Show! Spektakuläre Bilder eines Raketenstarts, eines Teslas im All und zweier synchron landender Triebwerkskomponenten

Während sich der „Starman“ also bestens gelaunt und wenig aufgeregt auf den Weg ins interplanetare Nirwana machte, ging die „Out-of-Home-Show“ auf der Erde weiter.

Denn eine der Innovationen rund um die „Falcon Heavy“ sind ihre wiederverwendbaren Triebwerkskomponenten. Die beiden Seitenbooster landeten beinahe zeitgleich wieder in Florida. Dieses Manöver war deshalb so besonders spektakulär, weil es durch seine leicht zeitversetzte Synchronität eine beinahe majestätisch anmutende Choreografie lieferte. Die Beobachter vor Ort und online zeigten sich begeistert. Daran änderte auch der Totalverlust einer dritten Komponente, der Zentralstufe, nichts. Die prallte mit 500 km/h auf die Wasseroberfläche des Atlantiks und zerschellte.

Was bleibt sind spektakuläre Bilder eines Raketenstarts wie aus dem Bilderbuch, ein durchs All schwebender Tesla sowie Triebwerkskomponenten, die wie Brieftauben, zurück zu ihrem Ziel finden. Wie bereits erwähnt: Mehr Out-of-Home geht nun wirklich nicht.

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